Schulung: Sicherheit am Wasser
„Unser Netz hat sich kräftig weiterentwickelt und wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit mit euch!“ Mit diesen Worten lud Ursina zur Weiterbildung «Sicherheit am Wasser» ein. Am 27. Februar 2026 trafen sich 13 Ranger der Rangernetz GmbH und ein Vertreter der Rangerteam GmbH im Bommerhüttli in Unterägeri. Referent war Herbert Dörnberger, Projektleiter Prävention und Präsident der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft, Sektion Zug. Er hatte den Input gezielt auf unsere Bedürfnisse als Ranger zugeschnitten.
Schon die Einladung machte klar: Es geht um Fachwissen und um Austausch, um Teamgeist und um das gemeinsame Weiterentwickeln unseres Netzes.
Wenn es am Wasser ernst wird
Seen, Flüsse und Uferbereiche gehören zu unseren Einsatzgebieten. Wasser zieht Menschen an – und birgt Risiken. Genau deshalb wollten wir wissen: Wie handeln wir richtig, wenn wir einen Notfall antreffen? Die wichtigste Botschaft des Nachmittags war einfach und klar:
Ruhe bewahren. Übersicht verschaffen. Retter schützen. Alarmieren. Retten.
Gerade der Eigenschutz steht an erster Stelle. Wer helfen will, darf nicht selbst in Gefahr geraten. Strömung, kaltes Wasser, rutschige Böschungen oder unbekannte Tiefen können auch geübte Personen überraschen. Für uns Ranger gilt deshalb: keine Heldentaten, keine kopflosen Aktionen. Zuerst verschaffen wir uns einen Überblick. Dann alarmieren wir sofort die Profis unter 144 oder 112. Klare Angaben, ruhige Stimme, strukturierte Informationen – das ist unsere Stärke.
Ertrinken ist oft still
Ein besonders eindrücklicher Teil war das Erkennen von Ertrinkenden. Viele stellen sich laute Hilferufe vor. Die Realität ist anders. Eine ertrinkende Person kann oft nicht schreien, weil der Mund immer wieder unter Wasser gerät. Sie befindet sich häufig in senkrechter Lage, die Bewegungen wirken unkoordiniert und kraftlos.
Dieses Wissen schärft unseren Blick. Wer die Zeichen kennt, reagiert schneller.
Retten – mit Abstand und Verstand
Retten heisst nicht automatisch ins Wasser springen. Zuerst versuchen wir immer, vom Ufer aus zu helfen: mit einer Stange, einer Leine, einem Wurfsack oder sogar mit einer PET-Flasche, die Auftrieb gibt. Alles, woran sich eine Person festhalten kann, verschafft wertvolle Zeit. Wenn immer möglich, rettet man nicht allein.
Nur wenn es wirklich notwendig ist und die eigene Sicherheit gewährleistet bleibt, kommt eine Rettung im Wasser infrage: mit Techniken, die den Kopf der betroffenen Person über Wasser halten.
Ist die Person an Land, gelten einfache Regeln: Atmet sie, aber ist bewusstlos, kommt sie in die stabile Seitenlage. Atmet sie nicht, beginnt sofort die Reanimation. Klare Abläufe. Keine Hektik. Schritt für Schritt.
Wurfsack, Wettbewerb und viel Teamgeist
Nach der Theorie wurde es praktisch und sportlich. Beim Wurfsack-Weitwurfwettbewerb zeigte sich schnell: Technik schlägt Kraft. Wer ruhig bleibt und sauber wirft, kommt weiter. Zwischen konzentrierten Würfen wurde angefeuert, gelacht und gefachsimpelt. Genau diese Mischung macht Weiterbildung lebendig. Man lernt. Man probiert aus. Man wächst als Team.
Austausch bei Nusstorte und Frühlingssonne
Im Anschluss an das Referat gab es, wie angekündigt, einen Zvieri. Nusstorte, Linzertorte und Birebrot sorgten für Energie. Es wurde genetzwerkt, Einsatzpläne für 2026 besprochen, Uniformen anprobiert und Erfahrungen ausgetauscht. Ursprünglich war auch ein Austausch mit weiteren Teams geplant. Obwohl nicht alle teilnehmen konnten, nutzten wir den Anlass intensiv für den Dialog untereinander. Unser Netz ist gewachsen, fachlich und menschlich.
Weiterbildung aus Überzeugung
Solche Tage sind kein Pflichtprogramm. Sie sind Ausdruck unseres Selbstverständnisses. Wir investieren bewusst in die Schulung unserer Ranger: mit Zeit, mit Fachreferenten, mit Raum für Austausch.
Wir wollen draussen ruhig und präsent auftreten. Kompetent handeln. Risiken vermeiden. Und im Ernstfall das Richtige tun. Genau dafür trainieren wir. Gemeinsam.