Kurs Nordost: Wo das Wasser die Wildnis regiert

Roland in Afrika, Teil 2: Je weiter wir Richtung Caprivi-Zipfel vordringen, desto mehr verändert sich das Gesicht Namibias: Das staubige Beige weicht einem satten Grün. Entlang der Strassen beleben kleine Dörfer und geschäftiges Treiben das Bild.

In Rundu biegen wir ab – tiefer hinein in den Caprivi – und schlagen unser Lager bei den Popa Falls nahe Divundu auf (nicht zu verwechseln mit den Epupa Falls im Nordwesten an der Grenze zu Angola!). Hier begrüssen uns die ersten Hippos im Fluss, und auch der Himmel öffnet zum ersten Mal seine Schleusen – ein kräftiger afrikanischer Regenguss.

Allrad-Abenteuer im Schlamm

Die Reise geht weiter in den Nkasa-Rupara-Nationalpark (ehemals Mamili). Wegen des anhaltenden Regens sind klassische Safaris zu Fuss oder mit dem Fahrzeug kaum möglich, doch das Gelände bietet eine andere Art von Nervenkitzel: Das Fahren mit dem Allradfahrzeug zur Lodge, wird hier zur echten Herausforderung und zum technischen Highlight der Tour.

Auf dem Linyanti-Fluss gleiten wir per Boot durch die Wasserwege. Neben schnaubenden Flusspferden entdecken wir eine echte Rarität: die eleganten Lechwe-Antilopen (Moorantilopen), die perfekt an dieses Sumpfgebiet angepasst sind.

Planänderung in Botswana: Wenn die Natur die Pisten schluckt

Eigentlich war der Plan, quer durch den Chobe über Savuti bis nach Maun zu fahren und im Khwai einen längern Stopp einzulegen. Doch die heftigen Regenfälle haben die Wege in unpassierbare Schlammfallen verwandelt. Während der Staat einige Abschnitte offiziell sperrte, rieten uns die Einheimischen auch für den Rest der Strecke dringend ab: „Selbst im Konvoi keine Chance!“

Die Konsequenz? Ein massiver Umweg von 700 Kilometern, um Maun zu erreichen. Den gewonnenen Spielraum nutzten wir für einen Abstecher auf die sambische Seite der Viktoriafälle. Wer dort den ultimativen Adrenalinkick sucht, dem kann ich den Devils- oder Angels Pool nur wärmstens empfehlen.

Kuriositäten im Khwai: Wenn Gänse auf Bäumen thronen

Nach der abenteuerlichen Fahrt von Maun ins Khwai-Schutzgebiet erlebten wir am Rande des Okavango Deltas Natur pur. Die Menge an Wildtieren ist hier schlichtweg unfassbar: Löwen, die Flüsse durchqueren, und die extrem seltenen Afrikanischen Wildhunde machten die Tage unvergesslich. 

Ein Bild bot uns jedoch besonderen Anlass zum Staunen: Stattliche Gänse, die hoch oben in den Baumwipfeln balancierten! Mit ihren kräftigen braunen Beinen und den markanten braunen Schnäbeln, die an der Spitze auffallend hell leuchteten, hielten sie auf den Ästen Ausschau. Es waren Nilgänse, die in dieser wasserreichen Region die Bäume als sicheren Ausguck oder sogar zum Nisten nutzen. Ein Anblick, der für uns Europäer völlig surreal wirkt, im Busch aber zum faszinierenden Alltag gehört. 

Nun führt uns der Weg zurück nach Windhoek, um den Kompass für das nächste Kapitel neu auszurichten: Auf in den Süden!

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Frühlingszauber im Oberweniger Eggwald

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