Leinenpflicht in Oberweningen – warum sie wirkt und weshalb Präsenz entscheidend ist

Wer im Frühling im Eggwald oder rund um den Steinbruch von Oberweningen unterwegs ist, begegnet vielen Menschen mit Hunden. Für die meisten ist klar: Von April bis Ende Juli gilt Leinenpflicht. Und das funktioniert erstaunlich gut. Die Auswertung des Rangerjahres 2025 zeigt es deutlich: Während der Brut- und Setzzeit gab es keinen einzigen rapportierten Verstoss gegen die Leinenpflicht. Über das ganze Jahr gesehen wurden rund 87,5 % der Hunde an der Leine geführt. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis kontinuierlicher Arbeit vor Ort.

Leinenpflicht Oberweningen – Fakten 2025

  • Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit: 1. April bis 31. Juli

  • 0 Verstösse gegen die Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit

  • Über das ganze Jahr gesehen: 87,5 % der Hunde an der Leine

  • Anteil nicht angeleinter Hunde 2025: 12,5 % (4 von 32 beobachteten Hunden)

  • Positive Entwicklung über die gesamte Beobachtungszeit (Monitoring seit 2022)

  • Sensibilisierung der Hundehaltenden vor, während und nach der Brut- und Setzzeit

  • Kombination aus Ranger-Präsenz im Gebiet und Informationstafeln zeigt Wirkung

  • Weniger Konfliktpotenzial zwischen Hundehaltenden, Jagd und Spaziergängern

Leinenpflicht ist mehr als eine Regel

Die Leinenpflicht dient nicht dazu, Hundehaltende zu schikanieren. Sie schützt Wildtiere in einer besonders sensiblen Phase: Bodenbrüter, Jungtiere von Reh und Hase, aber auch viele weniger sichtbare Arten reagieren empfindlich auf Störungen. Ein freilaufender Hund – auch wenn er „nur spielen will“ – kann Stress auslösen, der für die Tiere existenziell ist.

Diese Zusammenhänge sind vielen nicht bewusst. Genau hier setzt die Arbeit der Ranger an.

Information, Präsenz und Gespräch

In Oberweningen wird die Leinenpflicht nicht nur kontrolliert, sondern das ganze Jahr über erklärt und eingeordnet. Vor, während und nach der Brut- und Setzzeit sprechen die Ranger Hundehaltende direkt an, beantworten Fragen und erklären, weshalb die Regeln gelten.

Ergänzt wird diese Präsenz durch gut platzierte Informationstafeln und Beiträge im Wehntaler-Mitteilungsheft. Die Erfahrung zeigt: Informationstafeln allein reichen nicht. In Kombination mit ansprechbaren Rangerinnen und Rangern entfalten sie ihre Wirkung.

Weniger Konflikte, mehr Verständnis

Ein weiterer Effekt der Leinenpflicht-Arbeit ist weniger sichtbar, aber ebenso wichtig: Das Konfliktpotenzial zwischen den Nutzergruppen nimmt ab. Hundehaltende, Spaziergängerinnen, Jäger und Naturschutz kommen weniger in Spannungen, weil Regeln klar sind und eingeordnet werden.

Die Ranger fungieren dabei als Vermittler. Sie hören zu, erklären und greifen ein, wenn nötig – ruhig, sachlich und konsequent.

Ein Teil eines grösseren Ganzen

Die gute Einhaltung der Leinenpflicht ist eingebettet in eine breitere Arbeit: Monitoring von Besucherzahlen, Beobachtung der Natur, Neophytenbekämpfung im Steinbruch, Schutz seltener Orchideen und die Mitarbeit an Forschungsprojekten der WSL. All das trägt dazu bei, dass Oberweningen seine Naturwerte erhält, obwohl der Nutzungsdruck hoch ist.

Fazit

Die Zahlen aus dem Jahr 2025 zeigen: Leinenpflicht wirkt, wenn sie erklärt, begleitet und präsent umgesetzt wird. Nicht mit Kontrolle allein, sondern mit Menschen, die draussen sind, hinschauen und das Gespräch suchen.

Oder kurz gesagt: Regeln funktionieren dort am besten, wo jemand da ist, der sie verständlich macht.

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