Rund um den Flughafen Zürich: Ranger und Kantonspolizei gemeinsam unterwegs
Rund um den Flughafen Zürich liegen wertvolle Schutzgebiete, die für viele Menschen attraktive Naherholungsräume sind – und gleichzeitig empfindliche Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen. Damit dieses Nebeneinander gelingt, braucht es klare Regeln, Präsenz im Feld und den direkten Kontakt mit den Besucherinnen und Besuchern.
Bei einem gemeinsamen Rundgang waren Ranger von Rangernetz zusammen mit der Kantonspolizei Zürich in den Gebieten Waffenplatz Kloten-Bülach und Glatt-Altläufe unterwegs. Ziel war es, die Aufgaben der Ranger vor Ort aufzuzeigen, die unterschiedlichen Rollen zu klären und gemeinsam dort sichtbar zu sein, wo Naturschutz, Freizeitnutzung und Aufsicht besonders eng zusammenkommen.
Einführung in die Aufgaben der Ranger
Zu Beginn erhielten die Teilnehmenden eine Einführung in die Arbeit der Ranger in den Schutzgebieten rund um den Flughafen. Im Zentrum standen die beiden Gebiete Waffenplatz Kloten-Bülach und Glatt-Altläufe.
Auf dem Waffenplatz treffen verschiedene Zuständigkeiten aufeinander: militärisches Hausrecht, kantonaler Naturschutz, zivile Freizeitnutzung und polizeiliche Aufgaben. Für die Ranger bedeutet das: genau hinschauen, erklären, sensibilisieren und bei Bedarf die zuständigen Stellen einbeziehen.
Besonders wichtig sind dabei die geltenden Verhaltensregeln: Hunde müssen auf dem Waffenplatzareal ganzjährig an der Leine geführt werden. In sensiblen Naturzonen gilt ein striktes Weggebot. Menschen und Tiere dürfen markierte Wege und Strassen nicht verlassen. Diese Regeln schützen Flachmoore, Amphibienlaichgebiete und weitere wertvolle Biotope.
Drei Patrouillen mit Signalwirkung
Nach der Einführung gingen zwei Dreierpatrouillen und eine Zweierpatrouille in die Gebiete. Bereits die gemeinsame Präsenz von Ranger und Kantonspolizei hatte eine deutliche Signalwirkung. Sie zeigte: Die Schutzgebiete sind keine rechtsfreien Räume. Gleichzeitig geht es nicht darum, möglichst viele Fehlverhalten festzustellen, sondern darum, durch Sichtbarkeit, Ansprechbarkeit und Erklärung präventiv zu wirken.
Ein Teil des Rundgangs führte durch den Naturschutzbereich auf den Flächen, die vom Kanton Zürich verwaltet werden. Dort standen die empfindlichen Lebensräume im Vordergrund: Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung, seltene Vogelarten und Biotope, die nur dann erhalten bleiben, wenn Besucherlenkung, Weggebote und Leinenpflicht eingehalten werden.
Ein zweiter Teil widmete sich der Freizeitnutzung bei der Grillstelle auf dem Waffenplatzareal. Gerade an solchen Orten zeigt sich, wie wichtig regelmässige Präsenz ist. Littering beim Parkplatz an der Oberglatterstrasse bleibt ein Thema. Gleichzeitig zeigte sich auch: Sensibilisierung wirkt. Nicht von heute auf morgen, aber Schritt für Schritt. Oder, wie es so schön heisst: Steter Tropfen höhlt den Stein.
Nach getaner Arbeit - Die drei Ranger und die fünf Vertreterinnen und Vertreter der Flughafenpolizei beim Parkplatz Hell in Oberglatt.
Aufsichtsrunde bei den Glatt-Altläufen
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Glatt-Altläufen. Auch dort ist die Besucherlenkung zentral. Wer Wege verlässt, Hunde frei laufen lässt oder sensible Bereiche betritt, stört nicht einfach «ein bisschen Natur», sondern gefährdet Lebensräume, die für bestimmte Arten entscheidend sind.
Bei der gemeinsamen Patrouille wurde ein schwerer Verstoss festgestellt: Eine Person missachtete sowohl das Betretungsverbot als auch die Hundeleinenpflicht. Solche Situationen zeigen, weshalb die Zusammenarbeit zwischen Ranger und Kantonspolizei wichtig ist. Ranger leisten Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit, dokumentieren Beobachtungen und kennen die Gebiete sehr genau. Die Polizei bringt ihre hoheitliche Rolle ein und kann dort handeln, wo klare Verstösse vorliegen.
Jeder in seiner Rolle – gemeinsam für das Gebiet
Der Rundgang machte deutlich: Naturschutz funktioniert dann gut, wenn die verschiedenen Akteure ihre Rollen kennen und zusammenspielen. Ranger, Kantonspolizei, Gemeinden, kantonale Stellen und weitere zuständige Organe leisten je einen wichtigen Beitrag.
Die Ranger sind regelmässig im Gebiet präsent, sprechen mit Besucherinnen und Besuchern, erklären Regeln und Zusammenhänge und beobachten Entwicklungen über längere Zeit. Die Kantonspolizei unterstützt dort, wo es um Durchsetzung, Sicherheit oder schwerwiegende Verstösse geht. Gemeinsam entsteht so eine stärkere Wirkung als durch einzelne Einsätze.
Gerade in stark genutzten Naherholungsräumen braucht es dieses Zusammenspiel. Die meisten Menschen wollen sich korrekt verhalten, wenn sie verstehen, weshalb Regeln gelten. Leinenpflicht, Weggebote und Betretungsverbote sind keine Schikane. Sie schützen empfindliche Lebensräume, seltene Vogelarten, Amphibien und Pflanzen, die auf störungsarme Bereiche angewiesen sind.
Präsenz schützt – und schafft Verständnis
Gemeinsame Patrouillen erhöhen die Sichtbarkeit im Gebiet. Sie wirken präventiv, stärken die Zusammenarbeit und helfen, Konflikte frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig fördern sie das Verständnis für die unterschiedlichen Bedürfnisse: Erholung, Naturerlebnis, Sicherheit und Schutz wertvoller Lebensräume.
Der Rundgang rund um den Flughafen Zürich hat gezeigt, wie wichtig diese Arbeit ist. Ein gutes Nebeneinander von Mensch und Natur entsteht nicht von selbst. Es braucht Menschen, die hinschauen, erklären, vermitteln und bei Bedarf konsequent handeln.
Rangernetz leistet dazu im Gebiet Waffenplatz Kloten-Bülach und bei den Glatt-Altläufen einen kontinuierlichen Beitrag – gemeinsam mit Partnern wie der Kantonspolizei Zürich und im Dienst einer Natur, die gerade in stark genutzten Räumen besondere Aufmerksamkeit verdient.